...just for fun: a short sneak view inside novel II - Silence

Discussion in 'Fan Fiction Chat' started by Deacan, May 31, 2006.

  1. Deacan

    Deacan Commodore

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    Dear readers... well, here is a short little view on what comes next...

    *
    Das Licht war gleißend hell, es brannte sich regelrecht in die Augen.
    Ser Larsen warf sich instinktiv zu Boden, seinen Kollegen riss es mit vom Stuhl. Teile der nur einer Sekunde zuvor explodierten Maine regneten jetzt gegen das Sicherheitsglas der Station, wie ein Bombardement aus scharfkantigen Metallsplittern fraßen sich die Überreste des Transporters in den gigantischen Rumpf der Superstation.
    Ser Larsen hob vorsichtig den Kopf, er sah alles nur verschwommen, kleine helle Lichtblitze tanzten vor seinen Augen auf und ab.
    „Bericht!“
    Sein Kollege, der sich die Hände schützend vors Gesicht gehalten hatte und deshalb bereits wieder seinen Verpflichtungen voll und ganz nachgehen konnte, gab Antwort.
    „Wir haben einen Riss, struktureller Kollaps steht bevor, Sektionen Vier und Fünf.“
    „Arbeitet da jemand?“
    Larsen zog sich an der Stuhllehne nach oben, noch immer nahm er die Umgebung nur schemenhaft wahr.
    „Nein, Ser. Das sind Lagerräume. Versiegelung ist bereits aktiv.“
    „Machen Sie alle Bereiche dicht. Sofort. Schadenkontrollteams benachrichtigen.“
    „Verstanden. Sind Sie in Ordnung?“
    „Ich kann nichts sehen, aber das wird langsam wieder besser. Was ist mit dem Schiffsverkehr draußen?“
    Einige Sekunden lang herrschte Ruhe, dann aber gab es eine Antwort.
    „Ser? Wir haben da ein Problem.“

    „Was war das?“
    Senator Vaughn sah fragend in das Gesicht der jungen Soldatin, die den hohen Gast nebst dessen Kollegen zurück zum Schiff begleiten sollte.
    Die Schockwelle der Detonation hatte die kleine Gruppe fast von den Füßen gerissen, nur mit Mühe hatte man sich an der Glaswand des langen Verbindungstunnels festhalten können.
    Sofort griff die weibliche uniformierte Begleitung der beiden Senatoren zum MACS.
    „Hier ist Sera Myler, Sicherheitsdienst. Statusbericht!“
    „Schiffsunfall. Wir haben einen Riss im Stationsrumpf, ist aber unter Kontrolle. Wo sind Sie?“
    Die Soldatin erkannte die Stimme auf Anhieb, es war Ser Larsen, der wahrscheinlich in der Kommandoebene saß. Da das Display des MACS dunkel blieb nahm sie an, das es auch einige der Übertragungssysteme erwischt hatte.
    „In der Dockschleuse Vier. Die Senatoren Vaughn und Ferren wollten eben abreisen.“
    „Dann sollten Sie sich besser beeilen. Ein kleines Zivilschiff ist in Mitleidenschaft gezogen worden und es treibt in ihre Richtung.“
    Die Soldatin sah nach draußen und versuchte die Gefahr zu entdecken. Inmitten der Dunkelheit etwas zu finden war jedoch selbst für ihre geübten Augen nahezu unmöglich. Larsens Stimme erklang wieder aus dem MACS.
    „Die Schilde der Maschine sind offline und sie hat einen Torpedo unterm Rumpf montiert. Unsere Jungs draußen sind alarmiert, wir wissen aber nicht, ob sie rechtzeitig eintreffen werden. Es wird eng werden.
    Verschwinden Sie von dort. Sofort! Sie haben nicht ganz eine Minute.“
    Das musste niemand Sera Myler zweimal sagen, sie griff Senator Vaughn an den Oberarm und zerrte das Mitglied der Regierung unsanft mit sich, wieder zurück in Richtung Basis.
    „Kommen Sie schon, schneller.“
    Der Senator jedoch stoppte den schnellen Lauf.
    „Zurück zum Schiff.“
    „Was?“
    Senator Vaughn zeigte auf das Schott.
    „Die Station ist doch versiegelt, oder? Dann bekommen wir dieses Schott dort niemals auf, das ist aus massiven Stahl.“
    Sein Kollege sah mit angsterfüllten Augen nach draußen. Dort zeichneten sich inzwischen recht deutlich die Umrisse eines Schiffes ab, es war eine alte Straith, die steuerlos auf den gläsernen Tunnel zutrieb.
    Sera Myler riss ihren Blaster vom Gürtel.
    „Funktioniert das hier?“
    Vaughn schüttelte den Kopf.
    „Versiegelt heißt, das Kraftfelder aktiv sind. Allerdings nur...“
    Die Soldatin verstand sofort, was der Senator meinte und sie ergänzte seinen Satz.
    „...innerhalb der Basis! Und das andere Schott am Ende des Schleusentunnels direkt vorm Frachter ist außerhalb des aktiven Sicherheitsbereichs.“
    Sera Myler rannte los, diesmal in Richtung des Frachters. Noch im Lauf feuerte sie ihre Waffe ab, doch erst die zweite Salve zerfetzte das Schott, das zwischen Frachter und Verbinnungstunnel lag und eigentlich einen kleinen Raum abschirmen sollte, der zur Dekontaminierung von Neuankömmlingen dienen sollte.
    Der Frachter dahinter hatte sein Schott noch immer offen, zu dritt sprang man regelrecht durch die Öffnung ins Innere des Schiffs.
    Sera Myler schlug mit aller Wucht gegen den Schalter für die Schottverriegelung, zischend und unendlich langsam schloss sich der Zugang wieder. Keine Sekunde zu früh...
    Die Straith schrammte am Tunnelglas entlang, für einen kurzen Augenblick sah es so aus, als würde nur etwas Farbe vom Rumpf des Jägers abgekratzt werden. Dann aber folgte ein dumpfer Schlag, wieder gepaart mit hellen Licht...
    Senator Vaughn rannte ins Cockpit des Frachters, er schrie den Steuermann an.
    „Legen Sie ab. Los, weg von der...“
    Seine weiteren Worte verloren sich im Raum, eine Schockwelle jagte durch den Frachter und niemand im Schiff blieb auf seinen Beinen stehen.
    Der Verbinnungstunnel brach mittig auseinander, das längere Teil blieb dabei direkt am Frachter hängen – die Andockklammern ließen sich nicht mehr lösen, das Metall hatte sich unter der Wucht der Explosion verformt.
    Der Steuermann des Frachters jedoch bekam das Schiff innerhalb von Sekunden wieder in den Griff, man trieb jetzt mit geringer Geschwindigkeit von der Superstation Tersa weg... und man bot einen eigenartigen Anblick: mit den Resten des Tunnel am Rumpf des Frachtschiffs sah man aus wie ein riesiger harpunierter Wal...
  2. Deacan

    Deacan Commodore

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    Dear freinds, dear com...

    Today I turn 32 and since I can not give all of you a piece from my birthday cake... I give you this here...

    The first 2 pages of novel II. Unfortunate, in german only...

    ..............................................


    Es war eine wunderschöne und sternenklare Nacht – fast so, wie man sie aus Werbeanzeigen her kannte. Die Luft war angenehm warm und es roch nach den süßen und wahrscheinlich zum Großteil auch schon überreifen Früchten einiger Obstbäume, die irgendjemand vor unzähligen Jahren hier angepflanzt hatte.
    Der Klang von hohen Absätzen durchschnitt die Stille, gepaart mit leisem Stimmengewirr. Zwei recht junge Damen schienen die späte Stunde wohl noch zu nutzen... und sie schienen dies regelmäßig zu tun, denn Müdigkeit war ihnen überhaupt nicht anzusehen.
    „Oh je, Augen links. Und ab durch die Mitte.“
    Die Blonde wies mit einem kurzen Kopfnicken in Richtung zweier Herren in Uniform, offenbar eine der vielen Milizstreifen hier auf Anhur. Dummerweise schwenkten die beiden Herren auch schon direkt in die Richtung des weiblichen Duos ein, man schien sich wohl irgendwie zu kennen...
    „Die ID-Card!“
    Die Blonde zog einen Schmollmund, zog aber auch umgehend ihre Card aus der Manteltasche hervor. Ihre Freundin tat es ihr gleich, nur zeigte sich auf ihren Lippen ein Lächeln, das leicht spöttisch wirkte. Der Milizionär zog die Stirn ein wenig in Falten, dann räusperte er sich und bemühte sich um einen freundlichen Tonfall.
    „Das ist jetzt das zweite Mal in dieser Woche, und die hat eigentlich erst angefangen. Ich sagte doch klar und deutlich, dass ich euch hier nicht mehr sehen will – macht das im Geschäftsviertel, aber nicht hier.“
    „Ja, klar doch. Kommt nicht wieder vor.“
    Diese Worte aus dem Mund der Blonden hatten einen eigenartigen Klang, es klang nicht nach einem ernsthaften Versprechen, eher wie eine nette zynische Randbemerkung.
    Alternativ hätte sie auch ein fröhliches „du kannst mich mal“ vom Stapel lassen können... es hätte wohl ganz ähnlich auf den Zuhörer gewirkt. Der Uniformierte war sichtlich bemüht, nicht die Fassung zu verlieren, er überhörte die nette Phrase ganz einfach.
    „Letzte Warnung!“
    Er gab die ID-Cards an ihre Besitzer zurück und macht dann auf dem Absatz kehrt. Streit wollte er nicht haben, vielmehr hoffte er wohl innerlich, dass die Zeit bis zum Dienstschluss möglichst schnell vergehen würde.
    „Jenna... ich weiß nicht, ob ich dir das schon einmal so gesagt habe, aber ich mag nicht ständig von diesen Leuten da auf die Füße getreten werden. Also frage ich dich mal ganz nett und freundlich was dagegen spricht, den Worten des Herren mit der Dienstmarke einfach mal Folge zu leisten.“
    Jenna warf einen ärgerlichen Blick auf ihre Freundin.
    „Geld? Credits? Schon vergessen? Hier ist das große Geld zu machen. Im Geschäftsviertel allerdings nicht.“
    Ah ja... Credits. In den vergangenen fünf Monaten seit ihrer Ankunft auf Anhur hatte sich fast alles nur um dieses eine Thema gedreht. Dabei gab es einiges anderes... Anhur war zum Dreh- und Angelpunkt für einige wichtige Ereignisse im Tri-System geworden, angefangen von einer größeren Schlacht im Orbit des Planeten über die spektakuläre Festnahme eines Senators namens Ser Angus Santana bis hin zu kompletten Neuwahlen.
    Jemand hatte das ganze System quasi auf den Kopf gestellt – aber Jenna und ihre Freundin Monica erlebten all diese Veränderung nur am Rande mit.
    Es war nicht wirklich wichtig für die beiden – ihre nächtlichen Streifzüge quer durch das Regierungsviertel aber schon.
    Obwohl sie sich ursprünglich einmal vorgenommen hatten, ihre eher unrühmliche Karriere als „Bordsteinschwalben“ an den sprichwörtlichen Nagel zu hängen, verfielen sie viel zu schnell wieder in alte Geflogenheiten. Das hier war leichtes und schnelles Geld, zudem waren die Kunden hier auf Anhur regelrecht gepflegt und besaßen zum Großteil sogar Manieren.
    Auf Hermes, ihrem alten Aufenthaltsort, war davon fast nichts zu sehen oder gar zu spüren gewesen. Klar – es gab Ausnahmen, einer verdankten sie auch ihr Ticket hierher, aber diese Ausnahmen bestätigten halt nur die Regel.
    Um weiterem Ärger aus dem Weg zu gehen und vermutlich um keine Nörgeleien von Monica hören zu müssen, gab Jenna für den Augenblick schließlich nach. Das Geschäftsviertel von Anhur war riesig, es gab etliche gute und sehr teure Bars, unzählige Büros für nahezu jede Art von Dienstleistung... aber so gut wie keine Herrschaften aus der Politik.
    Und genau letztere waren eigentlich das bevorzugte Ziel von Jenna... diese Leute sahen nicht aufs Geld, sie zahlten einfach und still was man von ihnen verlangte und verschwanden auch immer sehr schnell wieder vom Nachtlager.
    Jenna verlangsamte ihren Schritt, sie sah sich dabei nach möglicher Kundschaft um. Männer gab es hier zur Genüge, aber selbst sie war inzwischen wählerisch geworden. Anhur bot viele Möglichkeiten und der Großteil der Bevölkerung hatte viel Geld...
    Jenna war nicht mehr gezwungen jede Nacht auf Tour zu gehen – dass sie es trotzdem tat lag wohl daran, dass sie tatsächlich mit dem Gedanken spielte, irgendwann einmal komplett aufzuhören. Sie sparte mittlerweile den Großteil ihres Lohnes und hoffte auf diese Weise für sich und ihre Zukunft etwas zu tun.
    Monica hingegen war anders... einfach nur Leben. Morgen kann man schon tot sein...
    Ein junger Privateer schien Jennas Aufmerksamkeit zu erregen, er wirkte seltsam gepflegt und hatte kurze, streng nach hinten gekämmte Haare, die mit etwas Gel fixiert waren. Auch seine Bekleidung zeugte von Geschmack, sie wirkte sauber, war von schwarzer Farbe und schien nicht bereits seit Tagen am Körper getragen zu werden.
    Der Söldner schien sie wohl bemerkt zu haben, jedenfalls kam er direkt auf das Pärchen zu. Jenna baute sich regelrecht vor ihm auf, ihren Mantel ließ sie mit Absicht ein kleines Stück weit offen, so erlaubte sie recht tiefe Einblicke auf das nur spärlich bekleidete Darunter.
    „Noch einsam?“
    Ein wahres Unschuldslächeln begleitete diesen kurzen Satz. Und beides zusammen schien die gewünschte Wirkung nicht zu verfehlen.
    „Tja.. wie man es nimmt. Was bekommt man denn für sein Geld?“
    Innerlich war Jenna jetzt ein wenig verärgert... solche Sätze kannte sie noch zur Genüge von den Leuten auf Hermes.
    „Kommt darauf an, was du dir vorstellen kannst. Es liegt allein bei dir...“
    Jenna zog die letzten Worte etwas in die Länge und warf einen kurzen Blick auf Monica. Die verstand auch gleich, was ihre Freundin im Schilde führte und strich sich gekonnt einige Haare aus dem Gesicht.
    Der Privateer legte ein Lächeln auf, dann sah er Jenna eingehend an. Zugegeben, sie war wirklich süß... aber er hatte wohl etwas anderes im Sinn. Und Jenna sollte dabei eine tragende Rolle spielen.
    Der Söldner griff in eine seiner Hosentaschen, zum Vorschein kam dabei ein kleines, undefinierbares Gerät. Vom Aussehen her lag das Ding irgendwo zwischen einer Speicherkarte für ein MACS und einem Sensorenaufsatz für einen Scanner an einem Schiff... Mit einer ungewöhnlich langsam anmutenden Bewegung legte der Söldner das Teil in Jennas Hand.
    „Siebenhundert Credits, wenn du und deine Freundin darauf aufpasst.“
    Jenna sah ihn ungläubig an.
    „Und wenn ich wissen will, was das ist?“
    Der Fremde holte tief Luft.
    „Siebenhundert jetzt und noch einmal Siebenhundert, wenn du das nicht wissen willst. Einverstanden?“
    „Einverstanden.“
    Mit Hilfe seines MACS überwies der Söldner umgehend den vereinbarten Betrag, dann machte er einfach kehrt und schritt in die Richtung davon, aus der er gekommen war.
    „Wie kommen wir in Kontakt?“
    Monica rief ihm diese Worte nach.
    „Keine Angst – ich finde euch. Ist wirklich kein Problem, wir sehen uns morgen wieder. Und bitte, gib es nicht in fremde Hände...“
    Der Söldner zog seinen letzten Satz merkwürdig in die Länge, er schien gerade das Wort Hände dabei betonen zu wollen...
    Monica war ehrlich gesagt einfach nur sprachlos. Dann fiel ihr aber wieder ein, das sie schon einmal etwas ähnliches für einen Kunden getan hatten – und zwar hier auf Anhur, kurz nach ihrer Ankunft. Damals sollten sie einen Aktenkoffer für einen kleinen, untersetzten Büroangestellten durch die Gegend schleppen, plus halt eben neben dem Kunden einfach nur gut aussehen... und im Prinzip war das hier doch nichts wirklich anderes, oder?
    Obwohl... die Bezahlung war ungewöhnlich hoch. Jenna schien die Zweifel ihrer Freundin nicht teilen zu wollen, sie schob das Gerät einfach vorne in ihre Korsage.
    „Keine Diskussionen. Geld ist Geld, Job ist Job. Wie sieht es aus, machen wir Schluss für heute?“ Monica nickte nur.
  3. Deacan

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    ...yes I know its in German language only. Translation are on the way... we do what we can...

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  4. Deacan

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    Here are some hints for novel II - Silence (Stille)...

    Ser Kears, the privateer who hunts down Teanna in book I, returns - but this time he got company: the "Free Souls", a mercenaries guild...
    And he is more than friendly this time, with some answers in his bag...

    Several small "tools" (little device, looks like something between a memorychip from a MACS (Pad) and a sensormodul for a fighter...) have been found, with terrific results...

    Arris and Hassan share one little problem - several members of the CIS and the Clan don't act normal.

    A small trace points back in time.

    Deacan
  5. Deacan

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    Novel II has hit page 361... we are close to an end.

    For all of you who simply can't wait - here is another short view on the novel so far...

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    Hellraiser-Torpedo, Typ Vier, Echoserie. Produziert von Ex-Tec-Com. Warnung – Hochexplosiv!
    Bei der Markeinführung dieser Waffe wurde die Firma Ex-Tec-Com nicht unbedingt mit Lob überschüttet. Im Gegenteil – eine weitere Waffe stand damit in den Arsenalen der Waffenhändler, die gegen so ziemlich jedes Gesetz des Tri-System verstoßen würde.
    Nur... wo kein Kläger ist, da gibt es auch keinen Richter.
    Ex-Tec-Com stellte sich ungemein clever an, die ersten Torpedos dieses Typs gingen ausschließlich an die CIS. Das Militär griff sofort zu, dieser Torpedo war dem leichten Vorgängermodell um Klassen überlegen, Reichweite und Zerstörungspotential übertrafen selbst die kühnsten Vorstellungen. Aber kaum hatten die ersten Jäger mit dem Emblem der CIS diese Waffe unter den Trägflächen montiert, tauchte auch schon eine „abgespeckte“ Version für den zivilen Markt auf. Das einzige, was diesen Torpedo vom militärischen Äquivalent unterschied, war die Zielaufschaltung. Das Militär konnte diese Waffe auch wie eine ungelenkte Rakete abfeuern, die Söldner hingegen hatten diese Option nicht zur Verfügung.
    Es konnte sich also kein Privateer rausreden – traf sein Hellraiser auf ein Ziel, dann hatte er genau dieses auch anvisiert.
    Irrtum ausgeschlossen.
    Hellraiser-Torpedo, Typ Vier, Echoserie. Produziert von Ex-Tec-Com. Warnung – Hochexplosiv!
    Diese Worte standen standardmäßig auf jeder produzierter Waffe, sie waren als Warnung gedacht und doch klangen sie eher nach blanken Zynismus. Keiner der noblen Herren von Ex-Tec-Com interessierte sich für die Opfer, die diese Waffe bislang gefordert hatte.
    Angetrieben von einem kleinen Raketentriebwerk machte sich der Torpedo auf den Weg. Die Geschwindigkeit war eher mäßig, kleine Steuerdüsen hielten das Geschoss dabei auf Kurs. Ein simpler Bordcomputer in der Nase des Torpedos, der einen reinen Materialwert von gerade einmal fünfzig Credits hatte, überprüfte ständig die Position des Ziels. Fünfzig Credits kostete das Gehirn dieses Todesboten.
    Fünfzig Credits...
    Die Schilde waren kein Problem für die Waffe, mühelos tauchte sie in die Energiebarriere ein, nur um Bruchteile einer Sekunde später zu detonieren. Die Wucht der Detonationswelle drückte gegen die stählernen Wände des Kreuzer, das Metall verformte sich und gab schließlich nach. Ein Loch von der Größe eines kleinen Shuttles wurde sichtbar, Luft strömte ins All und riss unzählige Besatzungsmitglieder mit in den Tod. Dieser Treffer war folgenschwer, eine Kettenreaktion setzte sich in Gang. Unaufhaltsam bahnte sich eine Feuersäule ihren Weg durch die Korridore des Kreuzer.
    Der ersten Schockwelle folgte eine zweite, diesmal jedoch kam sie aus dem Inneren des Kreuzers.
    Das Feuer hatte das Waffenlager erreicht und fraß sich nun an Raketen und Energiezellen satt...

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    *
    Deacan
  6. Deacan

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    Since the release date comes closer and closer... here is another short sneak inside the book...

    *
    Durch das stark gedämpfte Licht wirkte die Zelle wesentlich größer als sie tatsächlich war, keine zwanzig Quadratmeter Lebensraum standen dem Insassen zur Verfügung. Ser Arris betrat fremdes Territorium.
    Der Blick des Clanführers glitt einmal durch die komplette Zelle, man fand keinerlei persönliche Note hier, nichts machte den Raum in irgendeiner Form etwas wohnlicher. Ein Tisch nebst kleinem Hocker, ein langgestrecktes Regal mit einigen Büchern, eine einfache Pritsche. Und der Bewohner dieser Zelle, der für den Besucher nur ein spöttisches Lächeln übrig hatte. Ser Arris kam nicht dazu, den Mann hier zu begrüßen, denn noch ehe er ein einziges Wort hervor brachte, wurde er schon herablassend behandelt.
    »Sieh an, der verlorene Sohn kehrt heim. Das heißt – Verzeihung, ich vergaß, wir haben ja die gesamte Familie beerdigt. Du gehörtest allerdings nie dazu.«
    Arris holte tief Luft unter seiner Atemmaske, dann legte er das Gerät ab. Die Luft hier unten war trotz der Klimaanlage recht stickig und schmeckte abgestanden, so als hätte man den Raum seit Jahren schon nicht mehr gelüftet.
    »Sie wissen also, wer ich bin?«
    »Ehrliche Antwort? Jeder erkennt das Gesicht des Bastards, wenn er vor einem steht. Und bei dir... Nun ja.«
    Verächtlich winkte der Gefangene ab, er setzte sich geräuschvoll auf seine Pritsche. Ser Arris hatte innerlich mit einem solchen Empfang durchaus gerechnet, jetzt musste er diesen Mann dazu bewegen, zu reden. Und zwar egal wie...
    Arris trat einen Schritt auf den Gefangenen zu, er wollte sein Gesicht sehen.
    »Gut, da Sie anscheinend keinerlei Wert auf eine ordentliche Begrüßung legen, können wir sofort zum Thema kommen.«
    Der Mann blickte auf. Sein Gesicht war über und über mit Narben versehen, er wirkte dadurch noch älter als er vermutlich war. Arris schätzte ihn auf Anfang Fünfzig.
    »Thema? Was bildest du dir eigentlich ein? Mit dir reden? Du bist nur ein Schatten dessen, was dein Bruder einst war. Eine lausige, nichtssagende Karikatur. Ein Schaf, das sich im Wolfspelz versteckt, damit es gefährlich erscheint.«
    Er stand auf und ging auf den Clanführer zu. Mit starrem Blick musterte er sein Gegenüber. »Ich sehe hier keinen Grund mit dir zu reden. Verschwinde.«
    Arris griff in seine Manteltasche, einen Joker hatte er noch dank Ser Hassans Hilfe auf Lager. Wenn das nicht funktionierte, dann konnte er zumindest einen Gedanken aus seinem Gedächtnis streichen. Er drehte sich um und ging wieder auf die kleine Treppe zu, die aus der Grube heraus führte. Dort angekommen wandte er sich wieder dem Gefangenen zu, der sich wieder auf die Pritsche gesetzt hatte.
    »Gut, wenn Sie meinen. Allerdings habe ich da noch etwas für Sie. Hier.«
    Arris warf einen kleinen Gegenstand in Richtung des Gefangenen, der lenkte sofort seine volle Aufmerksamkeit darauf und fing es auf. Nur Bruchteile einer Sekunde später ließ er es erschrocken zu Boden fallen. Das, was da seinen Händen entglitt, lag vom Aussehen her irgendwo zwischen einer Speicherkarte für ein MACS und einem Sensorenaufsatz für einen Scanner an einem Schiff...
    Arris Blick verfinsterte sich. Sein Gesprächspartner wusste also ganz genau, was er da vor sich zu liegen hatte. »Wollen Sie es nicht? Was ist los? Nun heben Sie es schon auf.« Er erhielt keine Antwort, stattdessen sah der Gefangene nur voller Angst auf seine Hand. Ser Arris trat wieder einen Schritt auf den Mann zu. »Angst? Sie? Sollte ich mich in der Zelle geirrt haben? Wo bleiben denn jetzt Ihre großen Töne? Feigling.«
    Dieses letzte Wort löste im Gefangenen Nummer Neun etwas aus, mit einen riesigen Satz sprang er Arris an die Kehle, der sich mit einem Faustschlag ins Gesicht des Angreifers zur Wehr setzte. Der Clanführer hatte damit nicht gerechnet, diese Attacke kam überraschend. Beide fanden sich am Boden liegend wieder, einer versuchte den anderen unter Kontrolle zu bekommen. Wieso griff Hassan nicht ein? Er musste doch sehen, was hier unten passierte...
    Der Gefangene gewann langsam die Oberhand, es gelang ihm, seinen Kontrahenten in seine Art Würgegriff zu bekommen. Verzweifelt sah Ser Arris nach einer Möglichkeit, der Umklammerung zu entkommen. Das Kraftfeld! Mit aller Kraft stemmte sich Arris gegen seinen Gegner und schob ihn in Richtung Treppe. Er warf sich regelrecht auf die Stufen, schob sich und seinen Kontrahenten Stufe um Stufe aufwärts und seine freie Hand erwischte irgendwie das Gesicht des Gefangenen. Langsam drückte er es von sich weg, in Richtung des Kraftfeldes, immer weiter nach oben.
    Ein langgezogener Schrei begleitete den Kontakt mit der hochenergetischen Barriere. Arris roch verbrannte Haut, verbranntes Fleisch. Sein Gegner ließ ihn jetzt los, aber Arris war noch nicht mit ihm fertig. Jetzt war er am Zug...
    Voller Wut drückte Ser Arris das Gesicht des Gefangenen immer wieder dicht an das Energiefeld heran.
    »Reden Sie endlich!«
    Doch aus dem Mund seines Gegners kamen keine Worte, dafür jedoch ein verzerrtes, unwirkliches Lachen. Arris ließ von dem Mann ab, schweratmend entfernte er sich ein paar Schritte von der Treppe.
    »Wie doch das Gesicht der Familie und das Wesen deines Bruders in dir wohnt... Ich scheine mich in dir getäuscht zu haben. Einmal Wolf, immer Wolf. Man kann seine Familienbande, sein Blut nicht ewig verstecken und verneinen, egal wie sehr man es auch versucht. Nicht wahr?«
    Arris Gesicht verzerrte sich, pures Entsetzen war in seinen Augen zu sehen. Nein, dieser Mann dort, dieser Abschaum, er hatte nicht recht.
    »Sie irren sich gewaltig, ich bin nicht wie Kronos!«
    »Wirklich nicht? Aber du folterst bereits wie er.«
    Erschrocken hielt der Clanführer inne. »Hass und Wut sind wahrlich starke Partner.« Arris setzte sich auf die Pritsche, er verbarg sein Gesicht hinter seinen Händen. Was hatte er hier getan?
    Langsam erhob sich der Grubeninsasse, benommen und mit schmerzverzerrtem Gesicht stellte er sich vor seinen Besucher. »Wo hast du das her?« Mit zitternder Hand wies er auf das kleine Gerät am Boden. Arris sah überrascht auf.
    »Spielt das überhaupt eine Rolle?«
    Der Gefangene schleppte sich zur Wand.
    »Du musst wissen, der Clan wurde nicht von jedem jubelnd empfangen. Wir waren keine Helden, denen man Haus und Tür sofort öffnete. Im Gegenteil, wir waren vielleicht verhasster als man das damals wahr haben wollte.«
    Er tat einen tiefen Atemzug, dann fuhr er fort. »Nicht das Militär war unser Feind, sondern das Volk. Der kleine Büroangestellte, der Handwerker, der Bauer. Wir nahmen ihnen die Existenz weg, ließen sie auf einigen Planeten sogar hungern. Es war nur eine Frage der Zeit, ehe man zurück schlug. Diese kleinen Geräte waren immer dabei, wenn man uns ins Visier nahm. Erst waren es nur vereinzelte Aktionen, doch sie wurden immer erfolgreicher, immer dreister in ihrer Vorgehensweise. Du glaubst gar nicht, wie oft wir gezwungen waren, ein Exempel nach dem anderen zu statuieren. Aber genutzt hat es letzten Endes wenig.«
    Arris griff nach dem funktionslosen Gerät.
    »Und weiter?«
    »Sie hatten wohl die ganze Zeit Hilfe von oben. Die CIS steckte damals noch in den Kinderschuhen und das Militär hatte andere Dinge zu tun als uns zu jagen. Aber sie finanzierten den Widerstand. Ihre größte Aktion hat mir das hier eingebracht.«
    Er wies auf sein vernarbtes Gesicht. »Das war Kronos persönlich, als bleibende Erinnerung für unser Versagen. Die haben uns etwas gestohlen, etwas wirklich Großes. Du kennst es, du hast das Gegenstück seinerzeit gesehen.« Die kurze Pause nutzte der Mann, um einige Male tief Luft zu holen. »Und jetzt solltest du verschwinden. Ehe deine Aktion hier dir und Ser Hassan schaden wird. Und das wird passieren, vertrau mir. Denn die sind überall. Sie waren es damals und sie sind es heute immer noch. Daran wird sich nichts ändern.«
    Arris stand auf, wortlos ging er in Richtung Treppe. Er setzte die Atemmaske auf, als er hinter sich noch einen Satz vernahm. »Nicht wir sind derzeit der Feind, sondern die sind es – bis sie irgendwann begreifen, dass es längst vorbei ist.«

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